Navigation
Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Wissenschaft & Forschung

Versorgung von Demenzpatienten im Akutkrankenhaus

In der Regel verschlechtern sich akut erkrankte Demenzpatienten im Krankenhaus. Der ungewohnte Tagesrhythmus, die fremden Gesichter, das hohe Tempo und das diagnostische und therapeutische Prozedere stellen für diese Patienten ein scheinbar unüberwindbares Hindernis dar.
Dass es auch anders gehen kann, zeigt die Evaluation von Station Silvia. Das Dt. Ärzteblatt hat erste Zahlen veröffentlicht.

Neuer Therapieansatz im Test an der Uni Greifswald - Teilnehmer für Studie gesucht

Bei der Greifswalder Demenz-Studie (IMAD - Efficacy of immunoadsorption for treatment of persons with Alzheimer dementia and agonistic autoantibodies against alpha1A-adrenoceptor) werden bestimmte Autoantikörper aus dem Blut entfernt. Dies erfolgt stationär über eine Blutwäsche, ähnlich wie bei einer Dialyse bei Nierenpatienten. Bei anderen Erkrankungen, beispielsweise bei Bluthochdruck und Typ-II-Diabetes, konnte mit der Blutwäsche bereits erste Erfolge erzielt werden. Mit Hilfe der gewonnenen Daten sollen neue Therapiemöglichkeiten für Menschen mit einer Demenzerkrankung erschlossen werden. Beteiligt sind mehrere Institute und Kliniken der Universitätsmedizin unter Federführung von PD Dr. Sönke Langner vom Institut für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie.
Gesucht werden für die Studie noch Teilnehmer: Frauen und Männer zwischen 55 und 85 Jahren mit einer leichten Alzheimer Demenz. Es erfolgt eine umfassende Aufklärung, bei der enge Familienangehörige und der Hausarzt mit einbezogen werden. Eine Aufwandsentschädigung wird gewährt.
Interessenten aus der Region Greifswald können sich telefonisch 03834/86 69 61 oder per Email unter imad(at)uni-greifswald(dot)de melden.

Positiv: erste Erfahrungen mit den neuen Pflegegraden

Das neue Gesetz wirkt, wie der Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen (MDS) in einer Zwischenbilanz meldet. Durch die fünf Pflegegrade erhielten im ersten Quartal 2017 fast 129.000 Menschen erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung, wobei die Pflegegrade 1 und 2 mit fast 100.000 Einstufungen den größten Teil ausmachen. Den umfassenden Blick auf die Pflegebedürftigkeit eines Menschen bei der Begutachtung bewerten sowohl die Betroffenen als auch die Gutachter positiv. Pflegebedürftige mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz können nun besser begutachtet werden.
Auch die Gutachter bestätigen, dass sie mit dem neuen Verfahren viel besser erkennen können, mit welchen Maßnahmen die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen erhalten und gefördert werden kann. Mehr Informationen zum Pflegestärkungsgesetz II und den neuen Pflegegraden finden Sie auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

ZunehmenderTrend: Demenzpflege in häuslicher Umgebung

Laut zweitem Pflegereport des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr Demenzpatienten zuhause versorgt. Bei mehr als 60% der Demenzkranken entscheiden sich die Angehörigen für die häusliche Pflege.
In seinem Report zeigt das GeWINO zudem auf, dass jeder Siebte über 60-Jährige der Nordost Regionen eine Demenzdiagnose hat. Und die Zahl der Betroffenen nimmt zu: So stieg die Demenzquote bei über 60-Jährigen AOK Nordost Versicherten in einem Zeitraum von 5 Jahren um 1,8 %.
Mehr dazu findet sich hier.

Malteser Chefarzt in deutsch-dänischem Demenznetzwerk

Dr. Klaus Weil, Spezialist und Chefarzt für Innere Medizin, Klinische Geriatrie und Rehabilitationswesen am Flensburger Malteser Krankenhaus St. Franziskus Hospital berichtete beim „Demantec“-Netzwerktreffen über die Frühsymptomatik sowie die Bedeutung der Frühdiagnostik bei Demenz, die sehr komplex und zeitaufwendig ist. Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmer auch Gelegenheit, die Station Silvia im St. Franziskus Hospital zu besuchen.
„Demantec“ ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, an dem 10 Projektpartner und 21 Netzwerkpartner aus Deutschland und Dänemark beteiligt sind. Seit März 2016 arbeiten Wissenschaftler, Ärzte und Pflegeexperten an eHealth-Lösungen und innovativen Technologien, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Demenz als Folge von Arzneimittel-Therapie?

Diese Frage hat das Deutsche Ärzteblatt im aktuellen Beitrag aufgegriffen. Bereits 1987 haben Geriater auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Entstehung und Arzneimittelkonsum hingewiesen. Gerade in den letzten Jahrzehnten ist die Einnahme von Medikamenten bei alten und hochaltrigen Menschen exponentiell angestiegen, was u.a. die Entstehung einer Demenz fördern, aber auch in Krankheitsbilder wie Delir oder Depression mit typischen Demenzsymptomen münden und eine Demenz "vortäuschen" kann. Ist die Diagnose Alzheimer erst mal gestellt, scheint es oft schwierig zu sein, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Mehr dazu hier.

 

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7