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Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Unsere Angebote im Krankenhaus

Die Organisation folgt dem Menschen

Für Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, bedeutet jede Veränderung in ihrem Alltag eine neue Herausforderung. Verbunden mit einer zusätzlichen akuten Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht, kann das für sie und die sie versorgenden Menschen manchmal zu schwierigen Situationen führen.

Die neuen Eindrücke, die unbekannten Gesichter, das Tempo, die ungewohnte Tagestruktur können sie derartig verunsichern, dass sie für die übrigen Patienten und das Personal zu einem "Störfaktor" werden. Der gravierende Nebeneffekt: ihr Genesungsprozess wird negativ beeinflusst, die Angehörigen sind verunsichert und auch die nachstationäre Versorgung verläuft dadurch oft anders als gewünscht.

Die Malteser haben sich dieser Herausforderung gestellt und für ihre Krankenhäuser ein Dreistufenkonzept verbindlich eingeführt:

  • Special Care Units, dort, wo die örtlichen Bedingungen es ermöglichen
  • Integrative Geriatrie
  • Rollout im gesamten Krankenhaus durch Schulung aller Mitarbeiter inkl. Hauswirtschaft und Technik

Mehr zu Stadion Silvia

Die erste Malteser Special Care Unit, Station Silvia, die bereits 2009 am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis in Köln durch Königin Silvia eröffnet wurde, wird derzeit evaluiert. Erste abschließende Ergebnisse wurden jetzt im Dt. Ärzteblatt publiziert

Eine zweite Station Silvia am Malteser Krankenhaus in Flensburg wird demnächst wissenschaftlich untersucht.

Das Flensburger Team

Diese zweite Station Silvia gibt es seit Januar 2015 am Malteser Krankenhaus St. Franziskus in Flensburg. 

Mehr zum Thema Demenz im Akutkrankenhaus und weitere Informationen zu dem speziellen Behandlungskonzept der Station Silvia finden Sie in einem Interview von "Die Schwester - Der Pfleger".

Station Silvia erhält Rudi Assauer Preis

Das Team der Station Silvia mit Chefarzt Dr. Jochen Hoffmann (3.v.l), Stationsleitung Rebekka Kleinpaß und Geschäftsführer Walter Bors (2.v.r.)

Am Donnerstag, dem 17. Dezember 2015, wurden fünf Projekte im Schalker Stadion von der Rudi Assauer Stiftung in Anwesenheit des Namensgebers mit dem Rudi Assauer Preis ausgezeichnet. Zwei Kölner Initiativen waren dabei.

Der erste Preis, dotiert mit insgesamt 4.000 Euro, wurde aufgeteilt: 2.000 Euro erhielt das Kölner Malteser Krankenhaus St. Hildegard für die "Demenzstation Silvia". Ziel hierbei ist, Strukturen, Räume und Arbeitsweisen in Krankenhäusern für Demenzpatienten anzupassen.

Neues Ausbildungskonzept: Klinikbegleiter

Kölner Klinikbegleiter

Der Pilotlehrgang für Klinikbegleiter hat 2014 am Universitätsklinikum in Mainz stattgefunden. 2015 wurden auch am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis in Köln neun ehrenamtlich Interessenten vom dortigen Silviahemmet Trainer Team unter der Leitung von Chefarzt Dr. Jochen Hoffmann geschult. Die Schulung vermittelt in fast 40 Stunden ein Basiswissen und das Wichtigste zum Umgang mit Patienten mit Demenz im Akutkrankenhaus. Ehrenamtliche Begleiter, aber auch hauptamtliche Alltagsbegleiter beispielsweise lernen, was sie tun können, um demenziell Erkrankten den Krankenhausaufenthalt zu erleichtern.

Für ein demenzfreundliches Krankenhaus

Viele Menschen haben Angst vor der akutstationären Aufnahme eines demenzerkrankten Angehörigen. Nur jeder Dritte glaubt, dass die Mitarbeiter im Krankenhaus ausreichend Möglichkeiten haben, auf die Bedürfnisse des Erkrankten einzugehen. Das zeigt eine Emnid-Umfrage, die die Malteser in Auftrag gegeben haben.

Mit dem "Tagesbegleiter auf Station" unterstützen die Malteser nun ihre Mitarbeiter, ob Ärzte, Krankenschwestern, Therapeuten oder Mitarbeiter in Hauswirtschaft, Technik oder an der Pforte. In ihrem Arbeitsalltag können sie mit Hilfe dieser kleinen "Fibel für die Kitteltasche" die kritischen Punkte im Krankenhausalltag identifizieren und gezielt vorbeugen. Typische Krankenhaussituationen zeigen auch die begleitenden Filme.

Mehr zum Thema "demenzfreundliches Krankenhaus" lesen Sie in einem Interview des Rheinischen Ärzteblatts.

Drei-Stufen-Konzept

Aus den Erfahrungen des Pilotprojekts "Malteser & Silviahemmet" aus den Jahren 2009-2010 ist ein Drei-Stufen-Konzept entstanden, das nach und nach in allen Malteser Krankenhäusern umgesetzt wird. Die empirischen Erkenntnisse aus der Station Silvia am St. Hildegardis werden so an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, dass das Konzept in allen Häusern verwirklicht werden kann. Eine ausführliche Darstellung der drei Stufen mit weiteren Details finden Sie hier.

Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz

Seit 2013 gibt es im Therapie- und Gesundheitszentrum am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis in Köln MOVE: ein ambulantes Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

In einer kleinen Gruppe können einfache Übungen zur Verbesserung von Kraft und Koordination erlernt werden, die sich auch zuhause praktizieren lassen. Da körperliche Bewegung sich günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, steigt bei kontinuierlichem Training die Alltagskompetenz und damit auch die Lebensqualität. MOVE findet alle zwei Wochen statt, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Weitere Informationen gibt es beim Leiter des Therapie- und Gesundheitszentrums, Larsen Lechler.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7