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Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Wissenschaft & Forschung

Stiftung DeutscheDemenzhilfe fördert Forschung und Innovation

Um die Demenzforschung und die Entwicklung neuer Therapien am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) zu fördern, ist die Stiftung Deutsche Demenzhilfe gegründet worden. Das DZNE besteht seit zehn Jahren, ist inzwischen bundesweit an zehn Standorten präsent und kooperiert vor Ort mit den jeweiligen Universitäten und Unikliniken. Ziel des Forschungszentrums ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zügig in die Praxis zu übertragen und den Patienten zugute kommen zu lassen. Mehr dazu findet sich hier.

Erfolgreiche Versorgung von Patienten mit Demenz in Krankenhaus

Über drei Jahre hat das dip/das Dt. Institut für Pflegeforschung die erfolgreiche Arbeit auf Station Silvia am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis in Köln evaluiert. Der vollständige Abschlussbericht findet sich hier.

Teilnehmende gesucht für Studie zu Verbesserung der Gedächtnisfunktionen

Für eine neue Studie, die „STAPLE-Studie“ zur Erforschung neuer Therapiemöglichkeiten zur Verbesserung der Gedächtnisfunktionen bei Alzheimer PatientInnen, sucht das Zentrum für Gedächtnisstörungen (ZfG) der Uniklinik Köln interessierte Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. Das Ziel der Studie ist die Veränderung der Hirnaktivierung im wachen Ruhezustand (Alpha-Frequenzband) mittels Magnet. Anschließend soll untersucht werden, welchen Einfluss die Veränderungen in der Hirnaktivierung auf das Gedächtnis und auf bestimmte Regulationsmechanismen des Nervensystems (z.B. die Regulation der Herzfrequenz oder der Schweißproduktion) haben. Der veranschlagte Zeitaufwand beträgt drei Termine à je 90 Minuten. Gesucht werden gesunde Kontrollpersonen  im Alter von 50 bis 85 Jahren. Interessenten melden sich mit einer Rückrufbitte unter kalzreg@uk-koeln.de, Stichwort STAPLE-Studie.

Vergessene Schmerzen

Es wird schon länger diskutiert, dass Demenzpatienten deutlich weniger Schmerzmedikamente erhalten als geistig fitte Altersgenossen. Studien belegen mittlerweile diese Beobachtungen.
In einer aktuellen Publikation (Lukas A.: Schmerz und Demenz — eine diagnostische Herausforderung; DNP, 2017 (18): 48-52) weist Privatdozent Dr. Albert Lukas vom Zentrum für Altersmedizin am Bonner Malteser Krankenhaus darauf hin und unterlegt seine Ausführungen mit Zahlen, die betroffen machen. Bei Schenkelhalsbrüchen erhalten Menschen mit Demenz 30% weniger Morphin als kognitiv nicht eingeschränkte Patienten. Bei sanfteren Schmerzmittel wie Paracetamol werden sie noch knapper gehalten. Grund ist, dass die Betroffenen oft über ihre Schmerzen keine Auskunft geben können und mit Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, Schlafstörungen oder auch Aggressivität reagieren.
Als Instrument zur Schmerzerkennung empfiehlt der Autor die verbale Rating-Skala (VRS). Seine Untersuchungen zeigen, dass dieses Instrument recht stabil ist und bei über 90% der Patienten noch sicher genutzt werden kann.
 

Nichtmedikamentöse Verfahren zielführend bei Verhaltensstörungen

Bei einer Demenz entwickeln die meisten der betroffenen Menschen im Verlauf der Erkrankung Symptome wie Unruhe, Aggressivität, Enthemmung, Apathie etc. Diese Verhaltensauffälligkeiten werden auch unter der Überschrift BPSD oder "Herausforderndes Verhalten" zusammengefasst. Sie haben in der Regel verschiedene Ursachen, neben körperlichen und kognitiven Einschränkungen auch eine veränderte Wahrnehmung der Umwelt bzw. des Milieus.
In einer Übersichtsarbeit sind die Studienergebnisse zusammengefasst, die zeigen, dass bei der Therapie dieser Störungsbilder die nichtmedikamentösen Verfahren mittlerweile belegbar an Bedeutung gewonnen haben, was sich auch in den aktuellen Leitlinien Demenzen niedergeschlagen hat.
Mehr dazu hier.

Versorgung von Demenzpatienten im Akutkrankenhaus

In der Regel verschlechtern sich akut erkrankte Demenzpatienten im Krankenhaus. Der ungewohnte Tagesrhythmus, die fremden Gesichter, das hohe Tempo und das diagnostische und therapeutische Prozedere stellen für diese Patienten ein scheinbar unüberwindbares Hindernis dar.
Dass es auch anders gehen kann, zeigt die Evaluation von Station Silvia. Das Dt. Ärzteblatt hat erste Zahlen veröffentlicht.

ZunehmenderTrend: Demenzpflege in häuslicher Umgebung

Laut zweitem Pflegereport des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden immer mehr Demenzpatienten zuhause versorgt. Bei mehr als 60% der Demenzkranken entscheiden sich die Angehörigen für die häusliche Pflege.
In seinem Report zeigt das GeWINO zudem auf, dass jeder Siebte über 60-Jährige der Nordost Regionen eine Demenzdiagnose hat. Und die Zahl der Betroffenen nimmt zu: So stieg die Demenzquote bei über 60-Jährigen AOK Nordost Versicherten in einem Zeitraum von 5 Jahren um 1,8 %.
Mehr dazu findet sich hier.

Malteser Chefarzt in deutsch-dänischem Demenznetzwerk

Dr. Klaus Weil, Spezialist und Chefarzt für Innere Medizin, Klinische Geriatrie und Rehabilitationswesen am Flensburger Malteser Krankenhaus St. Franziskus Hospital berichtete beim „Demantec“-Netzwerktreffen über die Frühsymptomatik sowie die Bedeutung der Frühdiagnostik bei Demenz, die sehr komplex und zeitaufwendig ist. Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmer auch Gelegenheit, die Station Silvia im St. Franziskus Hospital zu besuchen.
„Demantec“ ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, an dem 10 Projektpartner und 21 Netzwerkpartner aus Deutschland und Dänemark beteiligt sind. Seit März 2016 arbeiten Wissenschaftler, Ärzte und Pflegeexperten an eHealth-Lösungen und innovativen Technologien, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Demenz als Folge von Arzneimittel-Therapie?

Diese Frage hat das Deutsche Ärzteblatt in einem Beitrag aufgegriffen. Bereits 1987 haben Geriater auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Entstehung und Arzneimittelkonsum hingewiesen. Gerade in den letzten Jahrzehnten ist die Einnahme von Medikamenten bei alten und hochaltrigen Menschen exponentiell angestiegen, was u.a. die Entstehung einer Demenz fördern, aber auch in Krankheitsbilder wie Delir oder Depression mit typischen Demenzsymptomen münden und eine Demenz "vortäuschen" kann. Ist die Diagnose Alzheimer erst mal gestellt, scheint es oft schwierig zu sein, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Mehr dazu hier.

 

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7