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Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Unsere Angebote im Krankenhaus

Tagesbereich Station Silvia, Köln

Fortschritt für Demenz-Patienten - Abschlussbericht zur Evaluation der Station Silvia

Für Menschen mit einer Demenz ist eine Krankenhaus-Behandlung oft mit einer Verschlechterung der Demenzsymptome verbunden. Dass es auch anders geht, zeigt eine neue Evaluationsstudie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP). Über drei Jahre begleiteten die Forscher die Versorgung von 400 Patienten auf Station Silvia im Krankenhaus St. Hildegardis in Köln. Die Studie zeigt: Mobilität, geistige Fähigkeiten und die Alltagskompetenz der Patienten verbesserten sich während des Aufenthaltes dort deutlich, auch gab es im Beobachtungszeitraum keine körpernahen Fixierungen.

Hier gibt es den Abschlussbericht als PDF-Download.

Delir-Vermeidungsprojekt

Das Krankenhaus Seliger Ger­hard Bonn/Rhein-Sieg und die AOK Rheinland/Hamburg haben Anfang 2020 den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Qualitätsvertrag zur Vermeidung des postoperativen Delirs geschlossen. Das Ziel ist, die Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten bzw. wiederherzustellen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Das Delir zählt zu den häufigsten Komplika­ti­o­nen bei geriatrischen Patienten im stationären Bereich.
PD Dr. Albert Lukas, Chefarzt der Geriatrie des Krankenhauses und wissenschaftlicher Leiter des Projekts, geht davon aus, dass auf diesem Wege eine Delir-Reduktion um bis zu 30 Prozent möglich ist.

Die Organisation folgt dem Menschen

Für Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, bedeutet jede Veränderung in ihrem Alltag eine neue Herausforderung. Verbunden mit einer zusätzlichen akuten Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht, kann das für sie und die sie versorgenden Menschen manchmal zu schwierigen Situationen führen.

Die neuen Eindrücke, die unbekannten Gesichter, das Tempo, die ungewohnte Tagestruktur können sie derartig verunsichern, dass sie für die übrigen Patienten und das Personal zu einem "Störfaktor" werden. Der gravierende Nebeneffekt: ihr Genesungsprozess wird negativ beeinflusst, die Angehörigen sind verunsichert und auch die nachstationäre Versorgung verläuft dadurch oft anders als gewünscht.

Die Malteser haben für ihre Krankenhäuser ein Dreistufenkonzept verbindlich eingeführt:

  • Special Care Units, dort, wo die örtlichen Bedingungen es ermöglichen
    - umgesetzt im St. Franziskusstift (Flensburg)
  • Integrative Geriatrie
  • Rollout im gesamten Krankenhaus durch Schulung aller Mitarbeiter inkl. Hauswirtschaft und Technik

Begleitet werden die jeweiligen Umsetzungskonzepte von Angeboten zur Angehörigenunterstützung, z.B. Schulungen und Sprechstunden oder Beratung und telefonische Nachsorge.

 

Die Malteser - auf dem Weg zu einem demenzfreundlichen Krankenhaus

Der Krankenhausalltag wirkt auf Patienten mit Demenz oft verstörend und desorientierend. Mit einigen wenigen Maßnahmen lässt sich die Umgebung auf Station so verändern, dass sie die Orientierung und damit auch demenziell Erkrankten den stationären Aufenthalt erleichtert. Hier finden Sie Anregungen dazu, die die Malteser in ihren Einrichtungen umgesetzt haben - teils auf Spezialstationen, auf "Normalstationen" oder auch in Tagestreff bzw. Tagespflege.

Station Silvia: gut für Patienten mit Demenz

Die besondere Art und Weise, wie Akutpatienten mit Demenz im Kölner Krankenhaus St. Hildegardis auf der Spezialstation Silvia versorgt werden, war dem Südwestrundfunk eine fast halbstündige Radioreportage wert. In ausführlichen Gesprächen mit Chefarzt, Alltagsbegleiter und Angehörigen ergibt sich ein anschauliches Bild von der Station, ihrem Konzept und dem dort gelebten Alltag.

Mehr zu Station Silvia

Seit dem Januar 2015 gibt es die zweite Station Silvia am Malteser Krankenhaus St. Franziskus in Flensburg. 

Mehr zum Thema Demenz im Akutkrankenhaus und weitere Informationen zu dem speziellen Behandlungskonzept der Station Silvia finden Sie in einem Interview von "Die Schwester - Der Pfleger".

Für ein demenzfreundliches Krankenhaus

Viele Menschen haben Angst vor der akutstationären Aufnahme eines demenzerkrankten Angehörigen. Nur jeder Dritte glaubt, dass die Mitarbeiter im Krankenhaus ausreichend Möglichkeiten haben, auf die Bedürfnisse des Erkrankten einzugehen. Das zeigt eine Emnid-Umfrage, die die Malteser in Auftrag gegeben haben.

Mit dem "Tagesbegleiter auf Station" unterstützen die Malteser nun ihre Mitarbeiter, ob Ärzte, Krankenschwestern, Therapeuten oder Mitarbeiter in Hauswirtschaft, Technik oder an der Pforte. In ihrem Arbeitsalltag können sie mit Hilfe dieser kleinen "Fibel für die Kitteltasche" die kritischen Punkte im Krankenhausalltag identifizieren und gezielt vorbeugen. Typische Krankenhaussituationen zeigen auch die begleitenden Filme.

Interview mit Dr. Hoffmann

Das Nationale Schwedische Zentrum für Demenz beobachtet aufmerksam die Entwicklungen in der akutstationären Versorgung von Patienten mit der Zusatzdiagnose Demenz in Deutschland. Ganz aktuell hat es auf seiner Website ein Interview mit Dr. Hoffmann, dem Leiter der Station Silvia, der Malteser Modelleinrichtung, in Köln publiziert.

Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz

Seit 2013 gibt es im Therapie- und Gesundheitszentrum am Malteser Krankenhaus St. Hildegardis in Köln MOVE: ein ambulantes Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

In einer kleinen Gruppe können einfache Übungen zur Verbesserung von Kraft und Koordination erlernt werden, die sich auch zuhause praktizieren lassen. Da körperliche Bewegung sich günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, steigt bei kontinuierlichem Training die Alltagskompetenz und damit auch die Lebensqualität. MOVE findet alle zwei Wochen statt, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Weitere Informationen gibt es beim Leiter des Therapie- und Gesundheitszentrums, Larsen Lechler.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7