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Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Ergebnisse/ Workshops

Workshops I

I International experiences – lessons to learn
Moderation: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Bonn
Prof. Alison Bowes, Schottland;
Dr. Wilhelmina Hoffman, Schweden
Wenn wir über die Ländergrenzen schauen und uns auf die Suche nach Best practice-Beispielen im Ausland begeben, stoßen wir immer wieder auf zwei Länder, die für innovative Konzepte im Umgang mit Menschen mit Demenz stehen. Wir haben Vertreter aus diesen Ländern eingeladen, um mit und von ihnen zu lernen. Konsens war am Ende, dass die Herausforderung Demenz nicht zu bewältigen ist ohne ein Perspektivenwechsel - aus der Sicht des Patienten; die Ausbildung der Versorger und Pflegenden muss alltagstauglich und praktisch sein - nach dem Motto "keep it simple".
Vortrag Dr. Hoffman

II Lebenswürdig Altern mit Demenz – Wohnen und Leben im Quartier
Moderation: Sebastian Schilgen, Köln
Regina Schmidt-Zadel, Ratingen
Das Thema Demenz lässt sich nicht mit einem Patentrezept lösen. Es gibt auch keinen Königsweg für die Versorgung von demenziell Erkrankten. Problematisch bei den vielen guten Ansätzen in der Quartiersentwicklung sind häufig die Finanzierung, die Durchsetzung und Nachhaltigkeit von Modellen sowie die Vernetzung und der Informationsfluss.

III Den Alltag bewältigen I – Unterstützende ambulante Dienste im Diskurs
Moderation: Maria-Theresia Gräfin von Spee, Hamburg
Hiltrud Reicherts, Duisburg; Susanne
Musiol, Augsburg
So lange wie möglich zu Hause leben – diesen Wunsch hegen fast alle älteren Menschen. Und viele Angehörigen wollen ihnen diesen Wunsch erfüllen, oft bis an den Rand der Selbstaufgabe; das Gros der demenziell Erkrankten wird derzeit noch zuhause versorgt. Damit diese Versorgung gut gelingen kann, bedarf es unterstützender Dienste – ehren- wie hauptamtlich. In diesem Workshop hat sich gezeigt, dass mangels konkreter Vorgaben aus der Politik die Versorgung nur gelingt durch kreative Lösungen der Dienste vor Ort und wie wichtig die Vernetzung untereinander ist. Wegen der vielen Angebote, die es inzwischen gibt, bedarf es vielerorts Lotsen, die sich auskennen.

IV Pflegemodelle auf dem Prüfstand - Der Alltag in der Altenhilfe
Moderation: Stefan Nolte, Duisburg
Prof. Dr. Michael Isfort, Köln; Petra Schnüll, Duisburg
In den 90er Jahren erstarkte in Deutschland die Diskussion um die angewandten Pflegemodelle in der Altenhilfe. Die angeregte Diskussion der Teilnehmer mündete in 3 konkreten Punkten:
1.) Stationäre Pflege wird es auch zukünftig geben, vielleicht in veränderter Rolle in einem Gesamt-Versorgungssetting.
2.) Zentrales Problem bleibt die "personelle Entspannung". Hier braucht es neue Konzepte und die Einbindung des Ehrenamts sowie anderer Professionen.
3.) Ein Pflegemodell, heruntergebrochen auf die Praxis, kann konkrete Hilfestellung für den Pflegealltag sein.

V Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Wie kann sich die Organisation
dem Menschen anpassen?
Moderation: Dr. Klaus Weil, Flensburg
Dr. Jochen Hoffmann, Köln; Dr. Gabriele Zeller, Duisburg
Wenn ein Mensch mit Demenz ins Krankenhaus kommt, weil er eine therapiebedürftige Akuterkrankung hat, bedeutet das in aller Regel „worst case“. Der schlimmste Fall deshalb, weil ein straff organisierter Klinikalltag mit dem eben notwendigen Minimum an Kommunikation und menschlicher Zuwendung auf einen kognitiv eingeschränkten Menschen mit hohem Einfühlungs- und Erklärungsbedarf trifft und von diesem Anpassung verlangt. Nach einer Diskussion über Finanzierungsfragen und über die Vor- und Nachteile von Segregation und Integration waren sich die Teilnehmer einig, dass die Verbesserung des Geriatrie-Systems nicht möglich ist ohne stärkere Flankierung durch Krankenhausleitung und Geschäftsführung sowie eine veränderte Haltung aller im Hinblick auf das Wertesystem.
Vortrag Dr. Hoffmann

VI Tagesstätte/Tagespflege – Lernen am Modell
Moderation: Anja Sakwe-Nakonji, Köln
Sabine Rube, München; Christine Senger, Duderstadt; Mario Schneeberg, Bottrop
Menschen mit Demenz haben gerade zu Beginn der Erkrankung noch sehr viele Fähigkeiten, die erhalten, und Ressourcen, die gefördert werden wollen. Niedrigschwellige Angebote wie Tagesstätten sind in der Versorgunglandschaft noch längst nicht etabliert und bedeuten viel Pionierarbeit.

VII Unterstützung und Einbeziehung der Angehörigen – Arbeiten im Team
Moderation: Markus Schroller, Krefeld
Renate Schlieker, Bonn; Monika Heinz, Saarbrücken
Wer verstanden hat, dass die Versorgung und Begleitung demenziell Erkrankter am besten gelingt, wenn sich alle darin Involvierten als Team begreifen, dem wird sofort klar, dass dies ohne eine Einbeziehung der Angehörigen nicht geht. Sie sind auf ihre Art genauso Experte wie professionell Pflegende, weil sie mit dem Erkrankten vertraut sind. Probleme gibt es nach wie vor beim Erreichen und Einbinden der Angehörigen, dazu sollte ein weitreichendes Konzept entwickelt werden.

VIII Nähe erleben, in Kontakt bleiben – Silviahemmet Touch
Luitgard Spitz-Schilgen, Bottrop; Rebekka Kleinpaß, Köln
Neben einer guten Kommunikation, die sich an der individuellen Verfasstheit des Menschen mit Demenz orientieren sollte, gibt es auch ganz einfache nonverbale Möglichkeiten, um miteinander in Kontakt zu kommen und Nähe zu vermitteln. Dazu gehört Silviahemmet Touch, eine rasch zu erlernende wohltuende Berührungsmethode für Rücken, Hand und Fuß. Fazit einer Teilnehmerin: "Mit 15 Minuten Massage bekomme ich 2 Stunden Zeit geschenkt, weil der Patient sich beruhigt und z.B. die Nacht durchschläft".

IX Demenz im hausärztlichen Management I
Moderation: Christian Lehmann, Köln
Dr. Peter Landendörfer, Heiligenstadt
Zum Vortrag.
Die hausärztliche Versorgungsebene ist von Demenz mit am meisten betroffen, denn nahezu 90 Prozent aller älteren Menschen haben „ihren“ Hausarzt und sind oft über Jahrzehnte in seiner Betreuung. Alle Fachleute sind sich einig, niemand anders als der Hausarzt ist geeigneter für die Früherkennung der Demenz. Die Realität sieht – zumindest derzeit – aber oft anders aus. Aus dieser Erkenntnis resultieren drei zentrale Forderungen: Der Hausarzt sollte eine "Gatekeeper"-Funktion innerhalb eines Netzwerks rund um den Demenzerkrankten einnehmen. Achtsamkeit und Engagement für die Belange der Patienten kann viel teure Diagnostik ersetzen. Es ist sehr hilfreich, wenn der Hausarzt das soziale Umfeld des Patienten gut kennt.

X Sprich mit mir – Begegnung und Kommunikation mit Menschen mit Demenz
Moderation: Dr. Klaus Maria Perrar, Köln
Dr. Svenja Sachweh, Bochum
Zum Vortrag.
Die wahrscheinlich größte Herausforderung im Umgang mit Menschen mit Demenz besteht darin, mit ihnen so zu kommunizieren, dass sie nicht missverstanden, verletzt, belehrt oder beschämt werden. In diesem Workshop frischten die Teilnehmer ihre Kenntnisse in Kommunikation auf, sammelten neue Ideen und hinterfragten gewohnte Verhaltensweisen.

Workshops II

I International experiences – lessons to learn
Moderation: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Bonn
Prof. Alison Bowes, Schottland; Dr. Wilhelmina Hoffman, Schweden
Wenn wir über die Ländergrenzen schauen und uns auf die Suche nach Best practice-Beispielen im Ausland begeben, stoßen wir immer wieder auf zwei Länder, die für innovative Konzepte im Umgang mit Menschen mit Demenz stehen. Wir haben Vertreter aus diesen Ländern eingeladen, um mit und von ihnen zu lernen. Konsens war am Ende, dass die Herausforderung Demenz nicht zu bewältigen ist ohne ein Perspektivenwechsel - aus der Sicht des Patienten; die Ausbildung der Versorger und Pflegenden muss alltagstauglich und praktisch sein - nach dem Motto "keep it simple".

II Den Alltag bewältigen II – Lebensqualität/ Ernährung/ Milieu
Moderation: Stefan Nolte, Duisburg
Marianne Granderath, Köln; Isabel Wotschke, Bonn
Die Lebensqualität eines Demenzkranken und auch seiner Angehörigen lässt sich oft mit einfachen Mitteln verbessern. Dazu gehört eine Anpassung der Umgebung an die spezifischen Herausforderungen der Demenz in ihren verschiedenen Stadien. Die überwiegend pflegenden Teilnehmer des Workshops resümierten am Ende: Wir sind immer Teil des Milieus der Betroffenen. Die Haltung ist die Grundvoraussetzung. Ich muss jeden Tag neu danach suchen, was für den Erkrankten gut ist (Milieu, Ernährung, Lebensqualität).

III Gestaltung von Tagesstrukturen – Rückgriff auf die Ressourcen
Moderation: Dr. Katharina Engelhard, Köln

Michael Schaus, Duisburg; Frauke Grießmann, Köln
Zum Vortrag
Oft orientiert sich die Gestaltung des Alltags von Menschen mit Demenz an dem, was sie alles nicht mehr können. Sie werden reduziert auf einfache, „ungefährliche“ Betätigungen, ihnen wird nichts mehr zugetraut. Deshalb sollten Pflegende lernen, "Symptome" der Demenz als Bewältigungsstrategien zu erkennen, indem sie sich vom demenziell Erkrankten "belehren" lassen. Schwierig ist und bleibt Ressourcenförderung unter dem Zeitdruck des Pflegealltags.

IV Entlastung am Arbeitsplatz – Modelle für Angehörige von Menschen mit Demenz
Moderation: Elisabeth Quiske
Anja Remmert, Mainz
Zu den Vorträgen 1 und 2.
Die Mehrfachbelastung vieler vor allem weiblicher Mitarbeiter durch die erforderliche Vereinbarkeit von Pflege und Berufstätigkeit wirkt sich zunehmend auch in den Unternehmen aus. Deshalb haben die Malteser ein Pilotprojekt entwickelt, dass Arbeitgebern ermöglicht, ihre Mitarbeiter in der Pflegesituation zu entlasten.

V Technische Hilfen und Ambiant Assisted Living – Was tut sich auf dem Markt?
Moderation: Bernd Falk, Köln
Natalie Röll, Karlsruhe; Sebastian Chiriac, Karlsruhe
Zum Vortrag.
Der Bedarf an technischer Unterstützung zum Erhalt von selbständiger Lebensweise und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ist kaum zu ermessen. Mittlerweile zeichnet sich hier ein eigener Markt ab, wobei der Schwerpunkt der technischen Assistenzsysteme nach Meinung der Workshop-Teilnehmer auf dem Sicherheitsaspekt liegen sollte; Konsens war auch, dass deren Einsatz ethisch nicht verwerflich ist, sofern die menschliche Zuwendung erhalten bleibt und die Lebensqualität steigt.

VI Demenz und Sport – Fit fürs Alter
Moderation: Dr. Jochen Hoffmann, Köln
Larsen Lechler, Köln
Zum Vortrag
Aktuelle Studien zeigen, dass körperliche Aktivitäten in Kombination mit sozialen und kommunikativen Aktivitäten sich positiv auf den Verlauf einer Demenz auswirken. Der Erfahrungsaustausch in der Gruppe mündete in dem Fazit, dass (Sport-)Aktivitäten sich an der Biographie orientieren sollte, Ressourcen orientiert und bis ins hohe Alter fortgeführt werden können (außer bei gravierenden Kontraindikationen), kreative Lösungen wie z.B. Tennisspielen mit einer Fliegenklatsche oder Krafttraining durch mit Sand gefüllte Flaschen von jedermann umgesetzt werden können.

VII Alters- und Demenzsensible Architektur am Beispiel Akutkrankenhaus
Moderation: Klaus Deitmaring, Flensburg
Dr. Birgit Dietz, Bamberg
Zum Vortrag.
Das Modell für heutige Krankenhäuser und Altenhilfeeinrichtungen sind die Klosterbauten, die als erste auch als Kranken- und Siechenhäuser dienten. Lange Flure, kleine Zellen, etc. Wie können aber heute Krankenhäuser und Altenhilfebauten so gestaltet werden, dass der Mensch und nicht seine Versorgungsprozesse im Mittelpunkt der Planung stehen? Der Vortrag lieferte dazu jede Menge Anregungen.

VIII Demenz im hausärztlichen Management II
Moderation: Dr. Klaus Weil, Flensburg
Dr. Peter Landendörfer, Heiligenstadt
Zum Vortrag.
Die hausärztliche Versorgungsebene ist von Demenz mit am meisten betroffen, denn nahezu 90 Prozent aller älteren Menschen haben „ihren“ Hausarzt und sind oft über Jahrzehnte in seiner Betreuung. Alle Fachleute sind sich einig, niemand anders als der Hausarzt ist geeigneter für die Früherkennung der Demenz. Die Realität sieht – zumindest derzeit – aber oft anders aus. Die Diskussion verlief ähnlich wie in der Vormittagsgruppe, mit drei zentralen Punkten:
Mehr Sensibilsierung der Hausärzte für das Thema DemenZ; Verbesserung der Netzwerkstrukturen; Unterstützung der Angehörigen durch mehr Angebote:

IX Ethik und Demenz
Moderation: Mechthild Schulten, Duisburg
Karin Gollan, Bonn; Ursula Besse-Baumgarten, Essen
Zum Vortrag.
Ethische Fragen fangen nicht erst in den Grenzbereichen unserer irdischen Existenz an. Sie bestimmen in großem Ausmaß auch unseren Alltag. Wie und wo Menschen mit Demenz davon betroffen sind und wo sie unser aller anwaltliches Wirken brauchen, war ebenso Gegenstand des Austauschs wie die Hauptkonfliktpunkte, z.B. künstliche Ernährung oder der Zwiespalt zwischen den Ansprüchen der Angehörigen und den Bedürfnissen der Demenzkranken.

X Demenz – die rechtliche Dimension
Moderation: Annette Debusmann, Duisburg
Bärbel Schönhof, Bochum
Im Umgang mit demenziell veränderten Menschen stehen Mitarbeiter in den Einrichtungen sowie Angehörige vor einer Vielzahl rechtlicher Implikationen. Viele Aspekte können vorab geklärt werden oder sind durch den Gesetzgeber klar festgelegt. Der (hektische) Arbeitsalltag oder die belastenden Situation zuhause sowie die an manchen Stellen widersprüchliche Rechtsprechung erschweren die Einschätzung der Rechtsicherheit von Handlungen. Hier konnte die Referentin wertvolle Hilfestellung leisten durch die Erfahrungen aus ihrer anwaltlichen Praxis - besonders bei Problemkreisen wie Vollmacht/Verfügung, bewegungseinschränkende Medikamente/Maßnahmen oder Autofahren.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7