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Malteser Demenzkompetenz - Leben mit Demenz

Ergebnisse/ Workshops

Die Arbeitsgruppen im Überblick

Perspektiven: Technologische Unterstützung für das Leben zuhause - heute und morgen

Moderation: Bernd Falk, Malteser Köln
Referenten: Sonja Lebensky, Malteser Oestrich-Winkel - Die Präsentation
Dr. Oliver Hüfner, IBM Hamburg - Die Präsentation

Der rege besuchte Workshop beschäftigte ich mit Technologien, die den längeren Verbleib in der eigenen Wohnung auch im Alter und bei demenzieller Erkrankung ermöglichen - jeweils unter Berücksichtigung der Perspektive des Patienten oder Kunden, des Pflegepersonals sowie der Angehöriges und des sozialen Umfelds. Vorgestellt wurden zum einen  bewährte niedrigschwellige Technologien von heute, die sich um den Hausnotruf und verschiedene Zusatzoptionen (Sensoren) gruppieren. Zum anderen reichte der Blick in die Zukunft mit Vernetzung von Daten (big data) und Analytik, mit GPS-Schuhsohlen, Apps, neuen Sensortechniken bis hin zu Kleidung mit Sensorik. Bei allen diskutierten Ansätzen für nutz- und mehrwertgebende Technologie für das künftige Leben zuhause wurde klar, das Technologie immer nur den versorgenden Menschen unterstützen, ihn jedoch niemals ersetzen kann.

Trick 17 oder die Kunst, Menschen mit Demenz zu motivieren

Referentin: Dr. Svenja Sachweh, talkcare Bochum - Das Handout

Basierend auf den Erfahrungen und Ergebnissen einer Studie zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz in Wohngemeinschaften empfiehlt sich gerade in schwierigen Situation der Appell an die Emotionalität, weniger an die durch kognitive Veränderungen beeinträchtige Rationalität. Gefühlsorientierte, validierende Kommunikation ohne nutzloses Argumentieren und der Appell an oft noch vorhandene Empfindungen wie Mitleid, Gerechtigkeit oder auch Eitelkeit motivieren Menschen mit Demenz besser als vernünftige Argumente. Es gilt, sich solche Erkenntnisse zunutze zu machen.

Wenn die Worte versiegen: Körpersprache als Schlüssel zur Verständigung

Referentin: Dr. Svenja Sachweh, talkcare Bochum - Das Handout

Bei fortschreitender Demenz mit einhergehendem Sprachverlust gewinnt die nonverbale Kommunikation von und mit Menschen mit Demenz an Bedeutung, zunächst als Ergänzung, später oft auch als ausschließliche Form, in der noch eine Verständigung möglich ist. Demenziell Erkrankten im fortgeschrittenen Stadium gelingt es häufig gut, unsere nonverbalen Signale zu entschlüsseln, weil sie keine Ablenkung durch Worte erfahren. Uns hingegen fällt es oft schwer, ihre Körpersprache richtig zu interpretieren. Wie die nonverbale Kommunikation gelingen kann, lehrte und zeigte dieser Workshop.  

Demenz - die rechtliche Dimension. Mit einem Beim im Gefängnis?

Referentin: Sandra Ruppin, Rechtsanwältin, Schwielowsee - Die Präsentation
Moderation: Dr. Matthias Scholz, Malteser Köln

Demenzbedingte Einschränkungen werfen viele rechtliche Fragen und Probleme auf. Das fängt bei Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und rechtlicher Betreuung an und hört bei Führerschein und Versicherungen noch lange nicht auf. Worauf dabei geachtet werden muss und welche Vorsorgeinstrumente sinnvoll und nötig sind, war Gegenstand dieses sehr stark nachgefragten Workshops.

"Entschuldigen Sie bitte, wo ist die Toilette?" - Orientierung gebendes Bauen für Menschen mit Demenz

Referentin: Dr. Birgit Dietz, dietz healthcare facilities, Bamberg - Das Handout; Checkliste fürs Badezimmer
Zum Statement
Moderation: Arne Greiner, Malteser Duisburg

Nicht nur Demenz, auch andere altersbedingte Einschränkungen wie verminderte Sehfähigkeit oder Makuladegeneration führen zu einem Nachlassen der Orientierungsfähigkeit. Viele Bauten wie Krankenhäuser oder Altenhilfeeinrichtungen, aber auch der öffentliche Raum sind darauf nicht ausgerichtet, sondern verstärken diese Probleme. Dabei gibt es Lösungen, und die sind manchmal ganz einfach. Viele davon zeigte dieser Workshop auf. 

Freiheit vor Sicherheit: Wie viel Person-zentrierte Pflege ist in der Altenhilfe möglich?

Referenten: Raffael Käsch und Stefan Nolte, Malteser Geschäftsbereich Wohnen & Pflegen Duisburg - Die Präsentation
Moderation: Carsten Jochum, Malteser Köln

Die Versorgung von Bewohnern mit Demenz stellt die Einrichtungen der Altenhilfe vor permanente Herausforderungen. Wie kann es gelingen, dass sie ihre Bedürfnisse z.B. nach Bewegung ausleben können ohne sich und andere in Gefahr zu bringen? Wie sieht es mit Freiheitsfördernden, aber auch Freiheitsentziehenden Maßnahmen aus? Wie können die damit verbundenen ethischen Dilemmata gelöst werden? Diese und andere Fragen beschäftigte eine intensiv arbeitende Gruppe.

Wissenschaft tritt Praxis. Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Evaluation der Station Silvia

Referenten: Rebekka Kleinpass und Jutta Mas Kistner, Krankenhaus St. Hildegardis Köln; Daniel Tucmann, dip Köln - Die Präsentation
Moderation: Petra Klann-Heinen, Malteser Köln

Die Station Silvia ist eine der wenigen Special Care Units für Patienten mit der Zweitdiagnose Demenz im Akutkrankenhaus in Deutschland. Ob diese von dieser besonderen Form der Klinikunterbringung tatsächlich profitieren, wird in einem gründlichen Evaluationsprojekt untersucht, dass sich jetzt in Phase III befindet. Welche Erkenntnisse sich abzeichnen und was für Erfahrungen Krankenhaus- und wissenschaftliche Mitarbeiter im Laufe dieses Prozesses gemacht haben, beleuchtete diese lebhafte Arbeitsgruppe.

Immer in Bewegung: Sport und Demenz

Referent: Larsen Lechler, Therapie- und Gesundheitszentrum St. Hildegardis Köln - Die Präsentation

Experten sagen, dass regelmäßige körperliche Aktivitäten nach derzeitigem Wissen vermutlich die beste Alzheimerprävention sind – besser als Medikamente, besser als intellektuelle Tätigkeiten, besser als Nahrungsergänzungsmittel (wie Vitamine) und besser als Diäten.
Im Workshop wurden Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz vorgestellt und in der Praxis erprobt. Zudem wurden in Gruppenaktivitäten weitere Sport- und Bewegungsmöglichkeiten erarbeitet sowie deren Nutzen dargestellt. Abgerundet wurde der Workshop von einem Expertengespräch, in dem die Herausforderungen und Stolpersteine bei der Implementierung von gezielten Angeboten für Menschen mit Demenz benannt und weitgehend ausgeräumt werden konnten.

Auf schmalem Grat: Selbst bestimmtes Leben mit Demenz

Referenten: Karin Gollan, Leitung Fachbereich Ethik, Malteser Bonn - Die Präsentation; Dr. Peter-Felix Ruelius, Leitung Christliche Unternehmenskultur und Ethik, BBT-Gruppe Koblenz - Die Präsentation

Nach einem einführenden Gespräch mit Definition und Klärung der Begriffe Autonomie, Selbstbestimmung, Fürsorge und Urteilsfähigkeit wurde der Problemkreis in Fallbeispielen durch Kleingruppen bearbeitet. Dabei ging es um Themenkomplexe wie Patientenverfügung, herausforderndes Verhalten, die Sicherung durch technische Assistenzsysteme sowie Paarbildung, Ernährung und Pflegeverweigerung. Zusätzlich zum fachlichen Input wurde das Instrument der Ethischen Fallbesprechung vorgestellt und erläutert.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax Bank  |  IBAN: DE10370601201201200012  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7